BR-CO-15 beheben: Wenn die Summen der XRechnung um einen Cent abweichen
Stand: 19.09.2026
Die Rechnung sieht richtig aus, der Betrag stimmt mit dem Angebot überein – und trotzdem lehnt der Validator sie ab: BR-CO-15. Die Meldung gehört zu einer Familie von Rechenregeln, die prüfen, ob die Summen der Rechnung untereinander aufgehen. Ein einziger Cent Differenz genügt für die Ablehnung. Die gute Nachricht: Es gibt praktisch nur eine Ursache, und sie lässt sich dauerhaft abstellen.
Was die Regeln verlangen
Die EN 16931 legt fest, wie sich die Summen einer Rechnung aufbauen:
| Regel | Formel |
|---|---|
| BR-CO-10 | Summe netto (BT-106) = Summe aller Positionsbeträge (BT-131) |
| BR-CO-13 | Nettobetrag (BT-109) = Summe netto − Nachlässe (BT-107) + Zuschläge (BT-108) |
| BR-CO-17 | Steuerbetrag je Steuersatz (BT-117) = Bemessungsgrundlage (BT-116) × Steuersatz, auf 2 Stellen gerundet |
| BR-CO-14 | Umsatzsteuer gesamt (BT-110) = Summe der Steuerbeträge je Steuersatz |
| BR-CO-15 | Bruttobetrag (BT-112) = Nettobetrag (BT-109) + Umsatzsteuer gesamt (BT-110) |
| BR-CO-16 | Zahlbetrag (BT-115) = Bruttobetrag − bereits gezahlt (BT-113) + Rundung (BT-114) |
| BR-S-08 | Bemessungsgrundlage je Steuersatz = Positionen dieses Steuersatzes − zugehörige Nachlässe + Zuschläge |
Entscheidend ist BR-CO-17: Die Umsatzsteuer wird je Steuersatz auf die Summe gerechnet – nicht je Position.
Das klassische Beispiel
Drei Positionen zu je 1,49 € netto, 19 % Umsatzsteuer.
| Rechenweg | Netto | USt. | Brutto |
|---|---|---|---|
| Je Position runden: 3 × (1,49 + 0,28) | 4,47 | 0,84 | 5,31 |
| Nach EN 16931: 4,47 × 19 % = 0,8493 → 0,85 | 4,47 | 0,85 | 5,32 |
Ein Programm, das die Steuer je Position rundet und dann addiert, schreibt 0,84 € in die Datei. Der Validator rechnet nach, kommt auf 0,85 € und meldet BR-CO-17 – oder, wenn der Bruttobetrag aus Bruttopreisen stammt (3 × 1,77 = 5,31), BR-CO-15, weil 4,47 + 0,85 eben 5,32 ergibt.
Die häufigsten Ursachen
- Bruttopreise als Ausgangspunkt. Shops und Kassen rechnen vom Bruttopreis zurück. In der E-Rechnung ist der Nettopositionsbetrag führend; der Bruttobetrag ergibt sich erst ganz am Ende.
- Steuer je Position gerundet statt je Steuersatz – siehe Beispiel.
- Rabatt dem falschen Steuersatz zugeordnet. Bei gemischten Sätzen (19 % und 7 %) muss ein Rabatt auf Dokumentebene genau einer Steuergruppe zugeordnet sein, sonst meldet sich BR-S-08.
- Anzahlung vergessen. Wer einen bereits gezahlten Betrag nur im Freitext erwähnt, aber den Zahlbetrag kürzt, verletzt BR-CO-16. Der gezahlte Betrag gehört in BT-113.
- Mehr als zwei Nachkommastellen in Summenfeldern. Einzelpreise dürfen vier Stellen haben, Summen nur zwei.
So beheben Sie den Fehler
- Im eigenen Programm: Einstellung suchen, die „Steuerberechnung auf Summenebene" oder „Nettopreise" heißt. Fast jede Fakturasoftware hat sie – die Abweichung entsteht meist durch die Voreinstellung „Bruttopreise".
- Datei prüfen: Der NurRechnung-Validator rechnet BR-CO-10 bis BR-CO-17 und BR-S-08 nach und zeigt den erwarteten neben dem gefundenen Wert – Sie sehen sofort, welche Summe nicht aufgeht.
- Neu erzeugen: Im Formular erfassen Sie Nettopreise; gerundet wird automatisch nach EN 16931 (je Position, dann je Steuersatz). Eine vorhandene Datei können Sie dort als Vorlage importieren, statt alles neu zu tippen.
Darf ich einfach einen Cent „Rundung" eintragen?
Das Feld BT-114 (Rundungsbetrag) existiert, ist aber für das Runden des Zahlbetrags gedacht – etwa auf 5 Rappen in der Schweiz. Es repariert keine BR-CO-15-Verletzung, denn diese Regel prüft Brutto gegen Netto plus Steuer, bevor die Rundung ins Spiel kommt. Die saubere Lösung bleibt: richtig rechnen lassen.
Und wenn mein Kunde den anderen Betrag erwartet?
Dann weicht die E-Rechnung um einen Cent vom Angebot oder Kassenbon ab. Das ist normal und zulässig – maßgeblich ist die Rechnung. Wer das vermeiden will, kalkuliert Angebote ebenfalls netto.
Weitere Meldungen finden Sie in der Übersicht der XRechnung-Fehlercodes.
Formathilfe, keine Rechts- oder Steuerberatung.